Tag Archives: introvertiert

Leere Akkus

Meine Akkus sind leer und meine Lebensumstände sind nicht besonders gut dazu geeignet sie wieder aufzufüllen. Ständig bin ich von Menschen umgeben und ich habe keine wirkliche Rückzugsmöglichkeiten. Keine, bei denen mir nicht gleichzeitig ein schlechtes Gewissen gemacht wird.

Es ist noch gar nicht so lange her, gemessen an meinem Alter jedenfalls, dass ich für mich realisiert habe, dass ich introvertiert bin. Viele meiner Probleme, die mit sozialen Kontakten (oder der Vermeidung solcher) zu tun haben, haben eben damit zu tun. Dachte ich früher noch, dass ich einfach Menschen nicht leiden kann und keinen Bock habe mich mit ihnen abzugeben, so weiß ich inzwischen, dass ich einfach keine andere Wahl habe. Und dass ich eben diese ablehnenden Gefühle habe, wenn meine Akkus leer sind und ich „einfach nicht mehr kann„.

Introvertierte Menschen funktionieren anders als extravertierte. Und ich meine „funktionieren“ durchaus wörtlich, denn die Hirnchemie, die Verarbeitung von Reizen im Gehirn etc. laufen schlichtweg anders ab. Das ist eine körperliche Sache und nicht psychisch, wie es gerne mal behauptet wird (und selbst von vielen Introvertierten gedacht wird, siehe meiner einer lange Zeit).

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Prioritäten, Lebensqualität und so.

Gestern hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem Kollegen. Wir waren auf dem Rückweg vom Supermarkt in der Nähe von unserer Arbeitsstelle und er wollte im Bio-Markt an der Ecke noch schnell ein belegtes Brötchen kaufen. Der Laden war erst in Sichtweite, da beschwerte er sich darüber, dass die Bedienung immer viel zu lange bräuchte, wenn er morgens manchmal noch schnell reinspringt um sich ein Brötchen zu kaufen. Ich habe ihm erklärt, dass Bioläden wie dieser halt nicht auf Hektik ausgelegt sind, sondern dass man da in Ruhe und entspannt einkauft. Konnte er aber nicht nachvollziehen, er will schnell bedient werden und hat keine Zeit. Dann gehöre er eben nicht zur Zielgruppe dieser Läden, habe ich versucht ihm zu erklären.

Das führte gleich zur nächsten „Beschwerde“: Man kann bei dieser speziellen Ladenkette eine Mitgliedskarte bekommen, die monatlich einen gewissen Betrag kostet, mit dem man dann aber günstiger einkaufen kann. Er habe das mal ausgerechnet und da müsste man ja regelmäßig für eine ganze Familie einkaufen, damit sich das lohne. Dass es Menschen gibt, die das tatsächlich tun, das wollte er mir nicht glauben. Weil es ja trotzdem so viel teurer als in einem „normalen“ Supermarkt ist. Dass ich, hätte ich die finanziellen Mittel, auch lieber dort einkaufen würde als woanders, hat ihn sichtlich verblüfft.

Dieses Gespräch hat mich zum Nachdenken gebracht. Nicht speziell über Nahrungsmittel und Bioläden, sondern generell, was mich und meine Prioritäten betrifft. Doch ich muss dafür ein bisschen ausholen.

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