NaNoWriMo 2011

Participant2011_180_180_whiteBeim „NaNo 2011“ mitzumachen war eine spontane Geschichte. Eine wirklich spontane Geschichte. Ich wollte eigentlich nicht, weil der November schon etwas fortgeschrittener war, doch meine Muse Napoleon (Name weil größenwahnsinnig) ließ  mich nicht in Ruhe, also musste ich es doch tun.

Ich weiß nicht mehr so genau, ob ich die Idee zu der Geschichte schon vorher hatte, oder ob es wirklich erst beim Schreiben rauskam. Zu der Zeit war ich beruflich jedenfalls sehr angespannt, weil ich in einem neuen Büro mit sehr vielen Kollegen und gefühlt null Ruhe sitzen musste, mir aber Napoleon im Nacken saß. Ich habe eigentlich immer die ein oder andere noch nicht angefangene Geschichte im Hinterkopf, aber diese unangenehme Situation brachte bei mir sehr interessante Gewalt- bis Mordfantasien zum Vorschein, die ich wunderbar in einer lustigen Geschichte über eine junge Frau kanalisieren konnte, die quasi „aus Versehen“ zur Serienkillerin wird, aber aus diversen Gründen von den üblichen Statistiken über Serienmörder abweicht und was das alles so nach sich zieht. Hier eine kleine und mehr oder nichtssagende* Kurzbeschreibung:

Serienkiller sind meistens männlich, weiß und Mitte 30. Also nicht weiblich und Mitte 20 wie Anna Fuchs. Und doch scheint sie langsam zu einer Serienkillerin zu werden. Auch wenn es bisher immer ein Unfall war. Naja, jedenfalls fast. Nein, das erste Mal war sicher ein Unfall. Zumindest soweit sie sich erinnern kann… und das ist nicht viel.

Anfangs hieß die Geschichte noch langweilig (aber passend) „Männlich, weiß, Mitte 30“, aber das gefiel mir schon nach Kurzem eigentlich nicht mehr. Daraus wurde dann „Serienkiller aus Versehen“, was jetzt auch nicht so der Hit ist, aber immerhin etwas besser. An der kleinen Titel-Problematik kann man eventuell schon erkennen, dass ich mich sehr wohl von Kleinigkeiten hab aufhalten lassen, weshalb es kein Wunder ist, dass ich es nur auf 9.420 Wörter, statt der anvisierten 50.000 geschafft habe.

Statistik Versuch 1Statistik Versuch 1

Trotzdem hat es Spaß gemacht an dieser Geschichte zu schreiben! Ein paar Tage lang ging es echt einfach voran und es hat mir definitiv geholfen meinen Arbeitsfrust abzuladen. Wahrscheinlich war es auch hilfreich Anna Fuchs anfangs noch Kim zu nennen und die (geplanten) Opfer nach meinem Ex und meinen nervigen Kollegen zu benennen, ehem. Aber jegliche Ähnlichkeiten mit existierenden Personen sind natürlich… ach, wem mache ich hier was vor? 😀 Ein Kollege wusste sogar etwas davon und fand es lustig genug, dass er mich bat besonders brutal umgebracht zu werden. Er hat mich auch (wieder) auf den Film „“Grosse Pointe Blank“ (u.A. mit John Cusack, Minnie Driver und Dan Aykroyd) aufmerksam gemacht, der mir ein oder zwei Ideen lieferte. Vor allem die Idee, dass es nicht bei der einen Geschichte/dem einen Buch bleiben soll. Zumindest beim Plotten dieser und weiterer Geschichten kam ich ganz gut weiter.

Nach dem NaNo 2011 habe ich natürlich noch weiter geschrieben, aber aus Zeit- und Schreibblockadengründen bin ich leider immer noch nicht besonders weit gekommen. Aber das bedeutet nicht, dass ich es nicht irgendwann schaffen werde! Dazu ist die Idee einfach viel zu gut und in meinem Kopf hat sich daraus bereits eine große Sache entwickelt. Jetzt muss ich es nur noch schaffen das alles auch endlich zu schreiben…

* Ach ja, ein kleiner Teaser aus dem ersten Kapitel gefällig? Der Text sagt definitiv mehr als, als die Kurzbeschreibung, wäre aber dafür zu lang:

Sie war ein wirklich nettes Kind und wenn sie auch jedem eins drauf gab, der einem Tier schaden wollte, so war sie doch eigentlich auch nett zu Menschen. Solange diese akzeptierten, dass sie keine Gewalt gegenüber anderen Lebewesen dulden würde. Das galt für sie auch für Menschen, aber diese konnten normalerweise schon für sich alleine sorgen und sich wehren, Tiere hingehen meistens nicht. Bis auf Waldie, der Jack Russel Terrier von einem Nachbarn, der sich in den kleinen Jonas verbissen hatte, weil dieser es lustig fand, ihn immer wieder mit einem Stock zu bewerfen. Niemand konnte verstehen, dass Anna nur beobachtend daneben stand und keine Hilfe holte. Aber für sie war es eben vollkommen fair, auch wenn die Erwachsenen das nicht verstehen wollten. Sie hat drei Wochen lang jeden Erwachsenen böse angeguckt und sich geweigert auch nur ein Wort zu sprechen, als der arme Hund wegen Bissigkeit eingeschläfert wurde.

Knapp zwanzig Jahre später hat sich nicht allzu viel geändert. Anna ist größer geworden, wenn auch nicht so sehr viel größer, wie sie es gerne hätte, was sie ein wenig ärgert, wenn sie ehrlich ist. Anderen gegenüber sagt sie natürlich, sie fände es vollkommen ok, dass sie nur knapp 1 Meter 65 groß ist und die Highheels sind auch viel bequemer als sie aussehen, egal was alle dagegen sagen. Sie trägt ihre Haare etwas länger und dunkler als früher, die Röcke dafür kürzer und noch weigert sie sich vehement, die vom Augenarzt empfohlene Brille zu tragen. Beim Lesen einfach die Augen etwas zukneifen und alles ist fein, sie grüßt auch noch keine Parkautomaten, also kein Grund sich der Peinlichkeit einer Brille auszuliefern.

Jetzt wünscht sie allerdings gerade, dass sie vielleicht doch mal auf den Arzt gehört hätte. Oder auf ihre Eltern, die sie als Teenager immer ermahnten, dass sie bloß keine Drogen nehmen sollte. Hatte sie letzte Nacht irgendwas eingeworfen? Sie kann sich an nichts erinnern. Beziehungsweise nicht an viel. Da war eine Party und da war viel Alkohol. Aber sie kann sich nicht erinnern, dass sie irgendetwas zu sich genommen hatte, was sie jetzt noch halluzinieren lassen könnte. Was wiederum bedeutet, dass das neben ihr keine Halluzination ist und auch keine andere optische Täuschung, oder Knick in der Pupille, sondern tatsächlich real.

“Scheiße.”

Es ist wahrlich nicht das erste Mal, dass sie das nach einer feucht-fröhlichen Nacht sagte, wenn sie neben einem Fremden aufwachte und/oder sich begann an die vergangene Nacht zu erinnern. Neu ist jedoch, dass die Person neben ihr nicht schnarcht, grunzt oder schmatzt, sondern… gar nichts macht. Überhaupt nichts. Nicht einmal atmen. Vermutlich auch nie wieder, wenn sie so im Augenwinkel die Würgemale und die aufgerissenen und ziemlich leblos aussehenden Augen betrachtet. ‘Scheiße’ ist da eigentlich noch nicht ganz der treffende Ausdruck. Wenn sie wenigstens wüsste, wie er heißt…

Tja… es ist nicht perfekt, soll es aber auch (noch) nicht sein. Sinn des NaNoWriMo ist es ja schließlich erst einmal eine erste Version hinzubekommen. In Form bringen kann (und muss) man hinterher, wenn alles fertig ist. Wann auch immer das sein wird.

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