Musiktipp: Silverchair und Savage Garden

Eigentlich sollte das hier ein kleiner und kurzer Musiktipp sein, weil ich eine Akustikversion eines Songs gefunden habe, den ich sehr gerne habe. Doch als ich anfing zu schreiben, kam immer mehr dazu und nun… ist es ein bisschen mehr als ein Musiktipp.

Die späten 90er waren für mich eine sehr wichtige Zeit, was Musik betrifft. Nicht dass ich nur Musik gehört hätte, die zu der Zeit herausgebracht wurde, ganz bestimmt nicht. Aber es war die Zeit, in der ich mich nicht mehr so stark von Familie, Freunden etc. beeinflussen ließ, was für Musik ich denn so hören könnte. Vielleicht war ich damit ein Spätzünder, allerdings wuchs ich bei meinem Vater auf, der von Leonard Cohen, über die Rolling Stones, Sinèad O’Connor und Terence Trent D’Arby bis zu Die Ärzte alles hörte. Meine ältere Schwester war dazu noch ein echter New Wave Fan, insbesondere Depeche Mode – allzu schlecht hatte ich es also musikalisch nicht, so dass ich kaum rebellieren brauchte. Von meiner kurzen, hormonell bedingten Fan-Phase in Sachen Boybands und sowas reden wir einfach mal nicht. Schwamm drüber.

Damals, Ende der 90er Jahre, war MTV noch ein Musiksender. Es gab noch MTV Europe, wo nur zwischendurch einmal deutschsprachige Sendungen liefen und ansonsten Englisch gesprochen wurde. Das Musikprogramm war noch nicht für den lokalen Markt zurechtgeschnitten und man bekam durchaus noch die ein oder andere Perle zu sehen und zu hören, die man sonst erst viel später oder gar nicht in Deutschland zu hören bekam.

Die erste Band, die ich damals entdeckte, war Savage Garden. Das australische Duo Darren Hayes (Gesang) und Daniel Jones haben mich von Anfang an von den Socken gehauen. Zwar klang die erste Single noch ein bisschen nach Roxette, nur eben in neuer und frischer, aber der Rest des Debütalbums brachte doch einen eigenständigen Sound.

Savage Garden – I Want You (Radio Version)

Leider brachten es die beiden nur auf zwei Alben, die aber weltweit weit über 20 Millionen mal verkauft wurden und zwei Singles sogar einen Rekord in den amerikanischen Billboardcharts brachen: keine Single war jemals so lange in den Charts vertreten (123 und 124 Wochen)! Und ins Guiness Buch der Weltrekorde schafften sie es zusätzlich, weil sie damit mehr Preise absahnten, als irgendjemand vor ihnen.  Mit dem zweiten Album wurden sie eindeutig poppiger, was Darren Hayes nach der Trennung solo fortführte, während sich Daniel Jones mehr aufs Produzieren von Künstlern verlagerte.

Während Savage Garden poppiger wurden, kam eine, zumindest für mich, neue Band auf die Bildfläche: Silverchair, ebenfalls aus Australien. Diese Band war deutlich härter als Savage Garden und waren mehr so im Grunge-Bereich angesiedelt. Obwohl sie zu der Zeit, als ich auf sie aufmerksam wurde (1999, Neon Ballroom) schon langsam weniger hart wurden. Trotzdem war meine ältere Schwester noch etwas geschockt, als sie sich anhörte, was sie mir da für eine CD zum Geburtstag schenkte. Dabei war das noch gar nichts im Vergleich zu meinem jetzigen Musikgeschmack 😉 Diese Akustik-Version ist natürlich nicht vergleichbar mit dem Wums der eigentlichen Musik, aber Youtube ist unser Freund und da findet man genug Beispiele.

Silverchair – Ana’s Song (acoustic)

Wie schon angedeutet, befand die Band sich damals schon im Umbruch und wurde weniger hart und immer elektronischer. Daniel Johns (ja, er heißt fast so wie der eine von Savage Garden) war in einem Nebenprojekt im Elektrobereich tätig und diese Einflüsse zogen mit der Zeit immer mehr bei Silverchair ein, was ich sehr schade fand. Nicht, dass ich generell etwas gegen elektronische Musik habe, aber wenn sich Rockbands so vollkommen verändern, gefällt mir das nicht. Irgendwo sollte man auch nach Jahren noch die Wurzeln hören, sonst kann man sich gleich umbenennen und eine andere Fangemeinde ansprechen. Finde ich jedenfalls und das ist durchaus auch auf aktuelle Bands übertragbar (z.B. 30 Seconds to mars, aber dazu schreibe ich vielleicht noch mal extra etwas).

Trotzdem kann ich diese Bands sehr empfehlen, wenn auch im Falle von Silverchair nur bis zu dem genannten Album 🙂

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