Papier und Füller

Ein Jahr ohne Internet

Ein Jahr ohne Internet.
Das klingt für mich wie reine Folter.

Manche mögen mich (mal wieder) für Internet-süchtig halten, aber ich bin anderer Meinung. Es mag ja klingen, wie aus dem Mund von jedem anderen Süchtigen, aber ich KÖNNTE ohne Internet. Ich will nur nicht.

Paul Miller hat es jedenfalls getan. Ein ganzes Jahr lang hat er komplett auf das Internet verzichtet. Keine sozialen Netzwerke, keine Emails, kein Smartphone und auch kein GoogleMaps um sich zurechtzufinden.

Es fiel im erstaunlich leicht und er hat in kürzester Zeit viel gelernt, über sich, über Dinge, die man vergisst, wenn man sie nicht braucht… Wie man Karten liest zum Beispiel, oder dass er tatsächlich anders kommuniziert, wenn er nicht das Internet in greifbarer Nähe hat (in Form eines Smartphones).

Er beschreibt seine Erfahrungen, sowohl die positiven, als auch die negativen, sehr anschaulich in diesem Artikel:

http://www.theverge.com/2013/5/1/4279674/im-still-here-back-online-after-a-year-without-the-internet

So angenehm und befreiend die Erfahrung auch am Anfang gewesen ist, so hat er doch irgendwann gemerkt, dass er nach einiger Zeit wieder die gleichen schlechten Eigenschaften entwickelte, die er durch diese Aktion loswerden wollte. Mit dem Unterschied, dass er abgeschnitten von der restlichen Welt war, z.B. wenn er keine Lust hatte rauszugehen und stattdessen auf dem Sofa rumgammelte. Wenn er sonst wenigstens über soziale Netzwerke ein Lenszeichen von sich absetzte, so mussten seine Eltern jetzt seine Schwester persönlich bei ihm vorbeischicken.

Das ist auch der Grund (bzw. einer davon), warum ich sowas niemals machen würde. Nicht in diesem Umfang jedenfalls. Mein (soziales) Leben findet im Internet statt und zwar immer genau so viel, wie es für mich in dem Moment angenehm ist. Ich habe häufig tagelang keine Lust zu reden oder gar Menschen zu sehen (nicht, dass ich mich davor retten könnte), was nicht heißt, dass ich nicht kommunizieren will. Ich habe Twitter, Facebook, diesen Blog etc. und ohne diese würde ich mir schon etwas verloren vorkommen. Auf Dauer jedenfalls. Ein paar Tage oder Wochen könnte ich mir ja noch vorstellen, solange ich trotzdem einen Computer zur Verfügung habe, aber für immer? Nah…

Den Großteil dieses Textes habe ich übrigens per Hand mit meinem nagelneuen Füller geschrieben. Mit Tinte und Papier und so (s.Bild oben^^).

Und jetzt tut mir die Hand weh -.-

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